Die dünne Haut der Erde – Kammer des Wissens

20. Januar – 23. Juli 2017
Sonderausstellung, Senckenberg Naturmuseum Frankfurt,
2. OG Wolfgang-Steubing-Saal

Böden, Bodenbiodiversität und der Mensch

In der Kammer des Wissens erfahren Sie nicht nur, wie man Boden untersucht und Bodentiere fängt, sondern lernen auch Forschungsprojekte kennen, an denen die Wissenschaftler der Abteilung für Bodenzoologie des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz arbeiten und erfahren, was sie herausgefunden haben.

Die Bodenzoologen untersuchen die Häufigkeiten, Anpassungen und Ansprüche der Bodentiere an den Lebensraum, aber auch welchen Beitrag diese für die Aufrechterhaltung der vielfältigen Funktionen des Bodens leisten. Die Wissenschaftler nehmen Bodenproben in verschiedenen Lebensräumen, erforschen deren Besiedlung, beschäftigen sich mit den Folgen des Klimawandels oder untersuchen Bodenlebewesen in Extremlebensräumen. Diese Forschungsdaten werden für die wissenschaftliche Nutzung zugänglich gemacht, beispielsweise in Form der Datenbank edaphobase.

Ein Forschungsprojekt der Görlitzer Bodenzoologen beschäftigt sich mit „fliegenden Milben“. Hintergrund des Projekts war die Frage, wie es den kleinen Bodenlebewesen gelingt, in neue Lebensräume vorzudringen. Winde erfassen die auf dem Boden lebenden Milben und tragen sie durch wiederholte Kurzstreckflüge in einen neuen Lebensraum. Dort angekommen, kann eine Milbe eine neue Population begründen.

Im Rahmen eines anderen Projekts werden die Anpassungen der Bodenlebewesen an extreme Bedingungen untersucht. Dabei zeigen sich die erstaunlichen Fähigkeiten der Bodentiere. So gibt es Fadenwürmer, die in CO2-Quellen überleben können, indem sie fast alle Lebensprozesse einstellen und erst wieder „erwachen“, wenn die Bedingungen besser werden.

Wir zeigen ihnen, was sich zukünftig in den Wäldern Deutschlands ändern kann, dass es Regenwürmer gibt, die schillernd grün sind und erklären, warum man in der Antarktis nicht überall hintreten sollte und wie Tausenfüßer als „Blinde Passagiere“ rund um die Welt reisen.

Die Visionärin Sarah Toumi


Da ihr Heimatdorf im Sand unterzugehen drohte, beschloss die tunesische Visionärin Sarah Toumi etwas dagegen zu tun und gründete mit „Acacias for all“ eine Baumschule für die robusten Pflanzen. Bäuerinnen der Region pflanzen diese Akazien. So entsteht ein grüner Gürtel, der das Dorf von der Wüste trennt und den weiteren Abtrag des Bodens verhindert. Der Anbau von Gemüse und Obst war wieder möglich und das Gummi arabicum, welches die Akazien produzieren, kann verkauft werden. In ihrem Projekt vereint Sarah Toumi den Bodenschutz mit der Förderung der Gleichberechtigung von Frauen im arabischen Raum.

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