Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden

20. Januar – 23. Juli 2017, Sonderausstellung im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt

 

Böden sind echte Multitalente: Sie ermöglichen Pflanzenwachstum, filtern Schadstoffe aus dem Wasser und bieten verschiedensten Organismen einen Lebensraum. Die vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz konzipierte Sonderausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“ gab vom 20. Januar bis zum 23. Juli 2017 spannende Einblicke in die verborgene Welt unter unseren Füßen. In vier thematischen Kammern wurden Informationen über die Vielfalt des Lebens im Boden, seine Funktion und Entstehung anschaulich präsentiert. Zahlreiche interaktive Ausstellungsstücke haben verschiedene Bodenbewohner und Bodentypen vorgestellt und verraten, was jeder Einzelne für den Bodenschutz tun kann.

Was lebt im Boden, welche Abbauprozesse laufen dort ab und was hat das alles mit uns Menschen zu tun? Mehr als man denkt, denn Böden bilden einen Teil unserer Lebensgrundlage. Die Ausstellung im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt veranschaulichte mit interaktiven Stationen, Animationen, Kurzfilmen und Infotafeln alles Wissenswerte rund ums Erdreich. Gleich zu Beginn der Entdeckungstour erwartete die Besucherinnen und Besucher eine eindrucksvolle Verwandlung: Sie wurden auf die Größe einer Landassel geschrumpft und konnten so das Höhlen- und Spaltensystem des Bodens zu erkunden. Auch kleine Entdeckerinnen und Entdecker kamen auf ihre Kosten. Wer zum Beispiel selbst einmal am Zersetzungsprozess mitwirken wollte, konnte ausprobieren, wie Bodentiere mit ihren Mundwerkzeugen Holz und Blätter zerkleinern. Bodeninsekten wie Klara Kugelspringer und die maulende Milbe erklären den Kleinen, mit welchen durch den Menschen verursachten Schwierigkeiten sie in ihrem Lebensraum zu kämpfen haben.

Inhaltlich war die Ausstellung in vier verschiedene Bereiche gegliedert: In der „Kammer des Lebens“ lernten Besucher zunächst die Vielfalt der Bodenorganismen und deren Lebensweise kennen. Die „Kammer der Krümel“ widmete sich den verschiedenen Bodentypen, ihren Eigenschaften und ihrer Entstehung. Aktuelle Beispiele aus der Bodenforschung bei Senckenberg präsentierte die „Kammer des Wissens“. Da die Erforschung des Erdreichs Voraussetzung für einen effektiven Bodenschutz ist, leitete sie über zu der „Kammer des Schreckens“. Dort wurde die Zerstörung von Böden durch den Menschen thematisiert. Der „Gang der Visionäre“ bot abschließend Anlass zu Optimismus: Vom Ökobauern bis zum urbanen Naturschützer wurden Menschen vorgestellt, die sich für den Schutz von Böden engagieren. Tipps, wie das eigene Verhalten einen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung von Böden leisten kann, rundeten die Ausstellung ab.

Die vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz konzipierte Ausstellung wurde anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung im Jahr 2017 erweitert. Nach Stationen unter anderem im EU-Parlament in Brüssel war die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Ausstellung im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt zu sehen.