Unsere Geschichte

Es ist viel passiert in den letzten 200 Jahren:

Am Anfang der Senckenberg­-Geschichte standen eine Bürgergesellschaft und ein kleines naturkundliches Museum, in dem die frühen Forschungsreisenden nie zuvor Gesehenes einem staunenden Publikum vor Augen führten. Inzwischen ist die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) weltweit aktiv und über 800 Mitarbeiter/-innen, darunter 300 Wissenschaftler/-innen, arbeiten an elf Standorten über ganz Deutschland verteilt. Seine Forschungsergebnisse präsentiert Senckenberg in vier Museen einer interessierten Öffentlichkeit.

Die wichtigsten Daten aus der bewegten Geschichte der Senckenberg- Gesellschaft:

22. November 1817

Philipp Jakob Cretzschmar
Philipp Jakob Cretzschmar

Gründung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft durch 32 Bürger der Freien Stadt Frankfurt unter Leitung des Arztes und Anatomen Philipp Jakob Cretzschmar.

1821

Eröffnung des Museum Senckenbergianum am Eschenheimer Turm in Frankfurt am Main.

1907

Diplodocus longus
Diplodocus longus

Anlässlich der Eröffnung des neuen Museumsgebäudes am heutigen Standort schenkt das American Museum of Natural History Sencken­berg ein Originalskelett von Diplodocus longus.

1912

Wegener auf Grönlandexpedition, 1912
Wegener auf Grönlandexpedition, 1912

Der Geowissenschaftler Alfred Wegener stellt seine bahnbrechende Theorie der Plattentektonik im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt vor.

1920er Jahre

932-Postkarte-Museum
Mitglieder retten Senckenberg: Die Forschung leidet in den Zwanziger­- und zu Beginn der Dreißigerjahre unter Inflation und Wirtschaftskrise. Durch unermüdliche Werbe­kampagnen steigert Fritz Drevermann die Anzahl der zahlenden Mitglieder auf 14.000 und hilft Senckenberg aus der Misere.

1928

Wilhelm Krüger bei der Untersuchung von Muschel-Schillen im Watt
Untersuchung von Muschel-Schillen im Watt

Der Geologe und Paläontologe Rudolf Richter gründet Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven und legt damit die Basis für die Meeresforschung bei Senckenberg.

1939–1945

Der Zweite Weltkrieg bringt die Forschung beinahe zum Erliegen. Viele Mitarbeiter müssen in den Krieg ziehen. Die Pogrome gegen die Juden erreichen auch Senckenberg. Der Senckenberg-­Ehrenpräsident Arthur von Weinberg stirbt in Theresienstadt. Den in Frankfurt verbliebenen Mitar­beitern/-innen gelingt es, einen Großteil der wissenschaftlichen Sammlungen auszulagern. Das nahezu leerstehende Museum wird 1944 bei einem Luftangriff erheblich beschädigt.

1961

Nach dem Wiederaufbau des Hauptgebäudes 1952 beginnt die Neugestaltung der Schausammlung durch Museumsdirektor Wilhelm Schäfer. Mit ihm hält die grafische Darstellung Einzug ins Museum, durch die sich wissen­schaftliche Sachverhalte viel einfacher erschließen lassen.

Eröffnung der Senckenberg-­Schule am Standort Frankfurt. Als derzeit einzige Lehreinrichtung in Deutschland bildet sie Technische Assistenten/-innen für naturkundliche Museen und Forschungsinstitute aus.

Lichthof 1965
Lichthof 1965

1967

In Biebergemünd­-Bieber im Spessart eröffnet die Senckenbergische Forschungsstation für Mittelgebirge (heute die Abteilung Fließgewässerökologie und Naturschutzforschung in Gelnhausen).

1970

Im Europäischen Naturschutzjahr 1970 zeigt das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt die Ausstellung Umwelt 2000. Sie thematisiert den Einfluss des Menschen im System Erde und führt – belegt durch eigene Studien – erstmals einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland die Folgen der Schadstoffbelastung in Flüssen vor Augen.

Senckenberg präsentiert eine Sonderausstellung zum Thema Umweltverschmutzung
Plastische Darstellung in der Aus­stellung Um­welt 2000

1977
Senckenberg wird in die „Blaue Liste“ (heute Leibniz-Gemeinschaft) überführt und erhält hierdurch Förderung durch Bund und Länder.

1995

Stute aus der Grube Messel
Trächtige Urpferd­-Stute aus der Grube Messel

Die von Senckenberg betriebene Grube Messel wird zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt.

2000
Die Forschungsstation für Quartärpaläontologie in Weimar wird Teil der SGN.

Gründung des Deutschen Zentrums für Marine Biodiversitätsforschung in Wilhelmshaven und Hamburg.

Forschungskutter "Senckenberg"
Forschungskutter „Senckenberg“
Meeresforscher bei der Arbeit
Meeresforscher bei der Arbeit

2003
Nach grundlegendem Umbau des Frankfurter Museums werden im November die neu gestaltete Außenanlage und die erweiterten Schausammlungen eröffnet.

Freilichtanlage vor dem Naturmuseum
Freilichtanlage vor dem Naturmuseum

seit 2005

Neue Großprojekte entstehen in allen Bereichen:
Unter anderem erfassen Forschende in den Tiefen des Atlantiks und des Mittelmeers die Tierarten. Das genetische Wildtier­-Monitoring sowie die DNA­Barcoding­-Methodik werden in Gelnhausen etabliert. In Frankfurt werden ein genetisches Labor und eine DNA­-Bank eingerichtet. In der Forschungsstelle The Role of Culture in Early Expansions of Humans (ROCEEH) der Heidelberger Akademie der Wissenschaften arbeiten Forschende interdisziplinär an Fragen zu Ursprung, Verlauf und Ursachen menschlicher Ausbreitungen.

2008

Umbenennung in Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Gründung des LOEWE Biodiversität und Klima Forschungs­zentrums (BiK­F) in Frankfurt als gemeinsame Einrichtung der Goethe­-Universität, Senckenbergs und des Instituts für sozial­ökologische Forschung, gefördert vom Land Hessen.

Die Wolfgang­-Steubing­-Halle, ein von unserem „Erhalter des Werkes“ Wolfgang Steubing finanzierter Neubau für große Sonderausstellungen, öffnet in Frankfurt ihre Pforten für die Senckenberg­-Ausstellung „Tiefsee“.

Männchen (r) und Weibchen (l) des Schwarzanglers (Melanocetus pelecanoides) in der Tiefsee-Ausstellung
Männchen (l) und Weibchen (r) des Schwarzanglers (Melanocetus pelecanoides) in der Tiefsee-Ausstellung

 

2009

Fusion mit den Staatlichen Naturhistorischen Sammlungen Dresden, dem Staatlichen Museum für Naturkunde Görlitz und dem Deutschen Entomologischen Institut Münche­berg. Die Zahl der Sammlungsstücke wächst von 22 auf 35 Millionen. Senckenberg gewinnt durch die Expan­sion eine herausragende Stellung in der deutschen Biodiversitätsforschung.

Die Bodenforscher/-innen am Standort Görlitz rufen das bodenzoologische Informationssystem Edaphobase ins Leben.

B. Meyer-Bau, Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
B. Meyer-Bau, Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
Foto: F. Höhler, 2003

2011

Die Naturforschende Gesellschaft und das Museum für Naturkunde in Görlitz feiern ihr 200-jähriges Bestehen.

Das Naturkundemuseum am Museumsplatz in Görlitz
Das Naturkundemuseum am Museumsplatz in Görlitz

Im Rahmen der Feierstunde zum 125. Jubiläum des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts wird das seit dem 2. Weltkrieg verschollene Maskottchen des Standorts, eine Heuschrecken­-Skulptur, an das Institut zurückgegeben.

2012

Senckenberg feiert 50 Jahre Eiszeitforschung in der Forschungsstation für Quartärpaläontologie in Weimar.

Mit Beate Heraeus wird die erste Präsidentin der SGN gewählt.

Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Yale University sowie weiteren Partnern stellt Senckenberg die „Map of Life“ vor. Das Großprojekt bündelt Daten zur Verbreitung von Tier­ und Pflanzenarten rund um den Globus.

2014
Die bisher größte Baumaßnahme in der Geschichte der SGN beginnt: Durch den Umbau der beiden Nachbargebäude, der Alten Physik sowie des Jügelhauses, erhält die SGN neue, moderne Räume für Forschung und Sammlungen.

die alte Physik nun in neuem Glanz
Die Alte Physik nun in neuem Glanz

Das Humanethologische Filmarchiv des Evolutionsbiologen Irenäus Eibl-Eibesfeld wird an Senckenberg übergeben.

2015
Das BiK-F wird am 1. Januar ein Senckenberg-Institut.

Beginn der Fundraising-Kampagne „Die Welt baut ihr Museum“ für das Projekt „Senckenberg 2020 – das neue Museum“. Im Rahmen des Um- und Neubauvorhabens soll die Grundfläche des Museums von heute rund 6.000 auf 10.000 Quadratmeter vergrößert werden – mit vier neuen Ausstellungsbereichen: Mensch, Erde, Kosmos und Zukunft.

Buntes Bauband: das Key-Visual der Fundraising-Kampagne
Buntes Bauband: das Key Visual der Fundraising-Kampagne

2016

Grabungen in Schöningen, Fundstelle 13 II
Grabungen in Schöningen, Fundstelle 13 II

Durch eine Kooperation zwischen dem Land Niedersachsen, der SGN und der Universität Tübingen liegt die Erforschung der Fundstelle Schöningen mit ihren 300.000 Jahre alten Speeren in den Händen des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment in Tübingen.

Unter der Führung der SGN­-Standorte Görlitz und Gelnhausen wird ein neues Dokumentations­ und Beratungs­zentrum des Bundes etabliert, das die zuständigen Landes­behörden bei offenen Fragen zum Thema Wölfe berät und bundesweit Daten zur Ausbreitung des Großräubers in Deutschland sammelt.

Ein Erweiterungsbau für das Senckenberg Deutsche Entomologische Institut in Müncheberg wird genehmigt.

 

2017
Das Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen wird verstetigt und Teil von Senckenberg.